Lawinen zählen zu den bedeutendsten Gefahren im alpinen Winter. Die Schweiz gehört aufgrund ihrer großen Alpenflächen und der intensiven Nutzung für Wintersport und Tourenaktivitäten zu den Ländern mit regelmäßigem Lawinenaufkommen und entsprechenden Unfällen. Die Daten für die Wintersaison 2025/26 zeigen ein überdurchschnittlich aktives Lawinenjahr mit mehreren Todesopfern und einer hohen Anzahl erfasster Ereignisse.
Anzahl der Lawinentoten in der Wintersaison 2025/26
Nach offiziellen Zahlen des Swiss Federal Institute for Forest, Snow and Landscape Research (SLF) und Medienberichten kamen in der aktuellen Wintersaison in der Schweiz 15 Menschen aufgrund von Lawinenereignissen ums Leben. Diese Zahl bezieht sich auf den Zeitraum bis Ende März 2026 und liegt nahe am langjährigen Durchschnitt. Dabei wurden insgesamt 244 Personen bei 171 Lawinenniedergängen erfasst, was ein deutlicher Anstieg gegenüber den Durchschnittswerten der letzten Dekade ist. (SWI swissinfo.ch)
Von diesen 15 Todesopfern ereigneten sich:
- Neun im Tourengelände abseits gesicherter Pisten
- Sechs im Variantengelände außerhalb der offiziellen Pistenbereiche
– keine der verschütteten Personen war auf präparierten Abfahrten unterwegs. (hoefner.ch)
Diese Verteilung zeigt, dass insbesondere Aktivitäten abseits gesicherter Wege weiterhin das größte Risiko bergen.
Vergleich zu früheren Perioden
Nach Angaben aus den saisonalen Auswertungen des SLF liegt die durchschnittliche Zahl der Lawinentoten in der Schweiz über die letzten Jahre bei etwa 14 bis 22 Todesopfern pro Saison, abhängig von Schneeverhältnissen und Tourenverhalten. Die 15 Todesopfer in der Saison 2025/26 liegen damit nahe am langjährigen Durchschnitt, obwohl die Gesamtzahl der erfassten Lawinenbeteiligten (244 Personen) über dem Schnitt der letzten zehn Jahre liegt. (SWI swissinfo.ch)
Der Winter 2025/26 war durch ein sogenanntes „Altschneeproblem“ gekennzeichnet: nach frühem Wintereinbruch und längeren trockenen Perioden hatte sich eine instabile Schneebasis gebildet, in die neue Schneeschichten eingebettet waren. Solche instabilen Schichten gelten als besonders risikoreich, da Lawinen aus bereits geschwächten Schichten ausgelöst werden können. (hoefner.ch)
Unfallgeschehen und Ursachen
Die meisten Lawinenunfälle in der Schweiz betreffen Freizeitaktivitäten im freien Gelände:
- Skitouren im ungesicherten Gelände
- Freeride‑ und Variantenfahrten abseits der Pisten
- Schneeschuh‑ oder Winterwanderungen in steilem Gelände
Die Risiken ergeben sich oft dort, wo Schneeverhältnisse schwierig einzuschätzen sind und die Schneedecke instabil ist. Laut SLF‑Berichten sind insbesondere Nord‑ und Osthänge nach starken Neuschneefällen anfällig für spontane Abgänge. (SWI swissinfo.ch)
Klimatische Einflüsse und Trends
Auch die saisonalen meteorologischen Bedingungen beeinflussen das Lawinenrisiko erheblich. Der Winter 2025/26 wies teilweise niedrige Schneehöhen und wärmere Phasen auf, die zu einer schwachen Basisschneedecke führten. Solche „Altschneephänomene“ können die Stabilität der gesamten Schneedecke beeinträchtigen und Lawinenlagen gefährlicher machen. (hoefner.ch)
Langfristige Klimatrends spielen ebenfalls eine Rolle: steigende Temperaturen und wechselnde Schneeprofile verändern die Gefahrensituation und machen Vorhersagen anspruchsvoller.
Internationale Einordnung
Im gesamtalpinen Vergleich sticht die Schweiz in der Saison 2025/26 nicht allein, jedoch ist sie Teil eines europäischen Winters mit hoher Lawinenaktivität. Nach vorläufigen Daten des European Avalanche Warning Service (EAWS) kamen in ganz Europa bis Anfang April 2026 mindestens 138 Menschen durch Lawinen ums Leben – ein Wert, der über dem Durchschnitt der letzten Jahre liegt und auf intensive Lawinenaktivität in den Alpenregionen insgesamt hinweist. (blue News)
Fazit
Für die Saison 2025/26 (Stand Frühjahr 2026) zeigt die Lawinen‑Statistik der Schweiz:
- 15 Todesfälle durch Lawinen, was nahe am langjährigen Durchschnitt liegt.
- 244 erfasste Personen bei 171 Lawinenniedergängen, deutlich über dem Vergleichswert der letzten zehn Jahre.
- Die meisten Unfälle ereigneten sich im freien Gelände abseits gesicherter Pisten.
- Instabile Schneeverhältnisse – insbesondere durch Altschneeprobleme – trugen zur Gefahr bei.
- Der gesamte Alpenraum verzeichnete überdurchschnittlich viele Lawinenopfer. (SWI swissinfo.ch)
Diese Zahlen unterstreichen, dass Lawinen in der Schweiz weiterhin eine ernste Gefahr darstellen, besonders für Tourengeher oder Freerider. Eine sorgfältige Gefahreneinschätzung, aktuelle Lawinenbulletins und entsprechende Sicherheitsausrüstung bleiben entscheidend, um Unfälle zu vermeiden.
Quellen (Auswahl)
- Swiss Federal Institute for Forest, Snow and Landscape Research – Lawinenbericht 2025/26 (SLF).
- https://www.swissinfo.ch/eng/various/15-people-have-died-in-avalanches-so-far-this-winter/91189452
- https://www.swissinfo.ch/eng/various/snowboarder-recovered-dead-after-avalanche-near-r%C3%BCschegg-be/91210846
- https://www.bluewin.ch/en/news/at-least-138-deaths-from-avalanches-across-europe-this-winter-3176956.html
- https://whiterisk.ch/ (Lawinenprävention und Gefahrenbulletins)
Wenn du möchtest, kann ich dir zusätzlich erläutern, wie Lawinengefährdungsstufen funktionieren und wie sie für Tourenplanungen genutzt werden.