Die 14 Achttausender gehören zu den berühmtesten und anspruchsvollsten Bergen der Erde. Jeder dieser Gipfel erreicht mindestens 8.000 Meter Höhe und liegt entweder im Himalaya oder im Karakorum. Für Bergsteiger bedeuten solche Höhen extreme Kälte, Sauerstoffmangel, Lawinengefahr, Steinschlag und schwierige Wetterbedingungen.
In diesem Überblick werden die 14 klassischen Achttausender nach Höhe vorgestellt. Die Tabelle enthält außerdem Gebirge, Lage, Erstbesteigung und eine historische Todesrate. Bei der Todesrate ist allerdings Vorsicht geboten: Je nachdem, ob Todesfälle auf erfolgreiche Gipfelbesteigungen oder auf Expeditionsteilnehmer bezogen werden, entstehen unterschiedliche Prozentwerte. Die Himalayan Database verwendet beispielsweise sowohl „Deaths/Summits“ als auch „Deaths/Members“ als unterschiedliche Kennzahlen. (Himalayan Database)
Die 14 Achttausender im Überblick
| Rang | Berg | Höhe | Gebirge | Lage | Erstbesteigung | Todesrate* |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Mount Everest | 8.849 m | Himalaya | Nepal/China | 1953, Edmund Hillary & Tenzing Norgay | ca. 2,5 % |
| 2 | K2 | 8.611 m | Karakorum | Pakistan/China | 1954, Achille Compagnoni & Lino Lacedelli | ca. 9–10 % |
| 3 | Kangchenjunga | 8.586 m | Himalaya | Nepal/Indien | 1955, Joe Brown & George Band | ca. 7,9 % |
| 4 | Lhotse | 8.516 m | Himalaya | Nepal/China | 1956, Ernst Reiss & Fritz Luchsinger | ca. 1,7 % |
| 5 | Makalu | 8.485 m | Himalaya | Nepal/China | 1955, Lionel Terray & Jean Couzy | ca. 5,8 % |
| 6 | Cho Oyu | 8.188 m | Himalaya | Nepal/China | 1954, Herbert Tichy, Joseph Jöchler & Pasang Dawa Lama | ca. 1,3 % |
| 7 | Dhaulagiri I | 8.167 m | Himalaya | Nepal | 1960, Schweizerisch-österreichische Expedition | ca. 13,0 % |
| 8 | Manaslu | 8.163 m | Himalaya | Nepal | 1956, Toshio Imanishi & Gyalzen Norbu | ca. 2,8 % |
| 9 | Nanga Parbat | 8.126 m | Himalaya | Pakistan | 1953, Hermann Buhl | historisch ca. 20 %* |
| 10 | Annapurna I | 8.091 m | Himalaya | Nepal | 1950, Maurice Herzog & Louis Lachenal | ca. 13,5 % |
| 11 | Gasherbrum I | 8.080 m | Karakorum | Pakistan/China | 1958, Peter Schoening & Andrew Kauffman | historisch etwa 3–4 %* |
| 12 | Broad Peak | 8.051 m | Karakorum | Pakistan/China | 1957, Hermann Buhl, Kurt Diemberger u. a. | historisch etwa 5 %* |
| 13 | Gasherbrum II | 8.035 m | Karakorum | Pakistan/China | 1956, Fritz Moravec, Josef Larch & Hans Willenpart | historisch etwa 2–3 %* |
| 14 | Shishapangma | 8.027 m | Himalaya | China/Tibet | 1964, chinesische Expedition | historisch etwa 8 %* |
*Die Prozentangaben sind historische Orientierungswerte und nicht direkt untereinander vergleichbar. Die aktuelle Himalayan Database weist für ihre erfassten Himalaya-Gipfel eine Kennzahl „Deaths/Summits“ aus. Für die Karakorum-Berge und bei älteren Statistiken existieren teilweise andere Datengrundlagen und Berechnungsmethoden. (Himalayan Database)
Welcher ist der höchste Achttausender?
Mit 8.849 Metern ist der Mount Everest der höchste Berg der Erde und damit auch der höchste der 14 Achttausender. Die heute üblicherweise verwendete Höhe beträgt 8.848,86 Meter, was aufgerundet 8.849 Meter ergibt. (Global Summit Guide)
Die erste bestätigte Besteigung gelang am 29. Mai 1953 dem Neuseeländer Edmund Hillary und dem Sherpa Tenzing Norgay im Rahmen der britischen Everest-Expedition.
Interessant ist, dass der Everest trotz seiner enormen Höhe nicht die höchste Todesrate unter den Achttausendern aufweist. Die Himalayan Database verzeichnet aktuell 13.550 Gipfelerfolge und 344 Todesfälle in ihren erfassten Daten, was einem Verhältnis von rund 2,54 Todesfällen je 100 erfolgreichen Gipfelbesteigungen entspricht. (Himalayan Database)
K2: Der zweithöchste Berg der Welt
Der K2 erreicht 8.611 Meter und liegt im Karakorum an der Grenze zwischen Pakistan und China. Die Erstbesteigung gelang 1954 den Italienern Achille Compagnoni und Lino Lacedelli.
Obwohl K2 knapp 238 Meter niedriger als der Everest ist, gilt die Besteigung aufgrund des technisch anspruchsvollen Geländes, steiler Flanken und schwieriger Wetterbedingungen als besonders anspruchsvoll. Die historischen Todesquoten schwanken je nach Betrachtungszeitraum und Berechnungsmethode erheblich.
Ein wichtiger Unterschied zwischen Everest und K2 besteht außerdem in der Zahl der Besteigungen: Der Everest wird wesentlich häufiger bestiegen. Dadurch verändert sich auch die statistische Aussagekraft einer reinen Todesfälle-pro-Gipfel-Betrachtung.
Kangchenjunga: Der dritthöchste Achttausender
Der Kangchenjunga ist 8.586 Meter hoch und liegt an der Grenze zwischen Nepal und Indien. Die Erstbesteigung erfolgte 1955 durch Joe Brown und George Band.
Die Bergsteiger erreichten den Gipfel dabei bewusst nicht ganz bis zum höchsten Punkt, da sie gegenüber den örtlichen religiösen Vorstellungen Respekt zeigen wollten. Der Kangchenjunga gehört zu den abgelegeneren und anspruchsvolleren Achttausendern.
Die Himalayan Database führt aktuell 682 erfolgreiche Gipfelbesteigungen und 54 Todesfälle für Kangchenjunga auf. Daraus ergibt sich dort eine Kennzahl von rund 7,92 Todesfällen pro 100 Gipfelbesteigungen. (Himalayan Database)
Lhotse: Der Nachbar des Everest
Der Lhotse erreicht 8.516 Meter und ist über den Everest-Südsattel eng mit dem höchsten Berg der Erde verbunden. Die Erstbesteigung gelang 1956 Ernst Reiss und Fritz Luchsinger aus der Schweiz.
Der Lhotse wird teilweise über gemeinsame Routen mit dem Everest erschlossen. Seine Gipfelflanke weist jedoch technisch anspruchsvolle Passagen auf.
Die Himalayan Database verzeichnet 1.465 erfolgreiche Besteigungen und 25 Todesfälle. Das entspricht dort etwa 1,71 Todesfällen pro 100 Gipfelbesteigungen. (Himalayan Database)
Makalu: Der markante Pyramidenberg
Der 8.485 Meter hohe Makalu liegt östlich des Everest in Nepal. Seine auffällige vierseitige Pyramidenform macht ihn zu einem der markantesten Achttausender.
Die französischen Bergsteiger Lionel Terray und Jean Couzy erreichten den Gipfel erstmals 1955.
Mit 886 registrierten Gipfelerfolgen und 51 Todesfällen weist die Himalayan Database für den Makalu aktuell eine Kennzahl von rund 5,76 Prozent bei „Deaths/Summits“ aus. (Himalayan Database)
Cho Oyu: Einer der vergleichsweise häufig bestiegenen Achttausender
Der Cho Oyu ist 8.188 Meter hoch und liegt an der Grenze zwischen Nepal und Tibet. Die Erstbesteigung gelang 1954 Herbert Tichy, Joseph Jöchler und dem Sherpa Pasang Dawa Lama.
Der Berg gilt aufgrund seiner Normalroute als vergleichsweise zugänglicher Achttausender. Das zeigt sich auch in den Statistiken: Die Himalayan Database registriert 4.056 Gipfelbesteigungen und 52 Todesfälle. Daraus ergibt sich eine Kennzahl von rund 1,28 Prozent. (Himalayan Database)
Dhaulagiri I und Manaslu
Der Dhaulagiri I ist 8.167 Meter hoch. Seine Erstbesteigung gelang 1960 einer schweizerisch-österreichischen Expedition. Mit 706 registrierten Gipfelerfolgen und 92 Todesfällen weist er in der aktuellen Himalayan-Database-Statistik eine Kennzahl von rund 13,03 Prozent auf. (Himalayan Database)
Der Manaslu erreicht 8.163 Meter und wurde 1956 erstmals von Toshio Imanishi und Gyalzen Norbu bestiegen. In der Himalayan Database stehen 3.238 Gipfelerfolgen 90 Todesfällen gegenüber. Die daraus berechnete Kennzahl beträgt etwa 2,78 Prozent. (Himalayan Database)
Nanga Parbat: Der Achttausender Pakistans
Der Nanga Parbat ist 8.126 Meter hoch und liegt in Pakistan. Hermann Buhl gelang 1953 die erste erfolgreiche Besteigung.
Der Berg ist für seine großen Höhenunterschiede und anspruchsvollen Flanken bekannt. Besonders berühmt ist Buhl, der den Gipfel bei der Erstbesteigung weitgehend im Alleingang erreichte.
Bei historischen Statistiken wird für den Nanga Parbat häufig eine Todesrate von ungefähr 20 Prozent oder mehr genannt. Solche Werte hängen allerdings stark vom betrachteten Zeitraum und vom verwendeten Nenner ab.
Annapurna I: Der erste bestiegene Achttausender
Der Annapurna I ist 8.091 Meter hoch und nimmt unter den 14 Achttausendern eine besondere historische Stellung ein: Er war der erste überhaupt bestiegene Gipfel über 8.000 Meter.
Am 3. Juni 1950 erreichten Maurice Herzog und Louis Lachenal den Gipfel. Damit begann die Ära der erfolgreichen Besteigungen der Achttausender. (Himalayan Database)
Die aktuelle Himalayan Database führt 557 Gipfelerfolge und 75 Todesfälle auf. Das entspricht einer Kennzahl von 13,46 Prozent. Damit gehört Annapurna I in dieser statistischen Betrachtung zu den Achttausendern mit dem höchsten Verhältnis von Todesfällen zu erfolgreichen Gipfelbesteigungen. (Himalayan Database)
Die drei Gasherbrum-Gipfel und Broad Peak
Im Karakorum befinden sich mit Gasherbrum I, Broad Peak und Gasherbrum II drei weitere Achttausender.
Gasherbrum I, auch Hidden Peak genannt, erreicht 8.080 Meter. Die Erstbesteigung erfolgte 1958.
Der Broad Peak ist 8.051 Meter hoch und wurde 1957 erstmals bestiegen.
Mit 8.035 Metern ist Gasherbrum II der niedrigste der drei Gipfel. Seine Erstbesteigung gelang 1956 Fritz Moravec, Josef Larch und Hans Willenpart.
Zusammen mit dem K2 gehören diese Berge zur Karakorum-Gruppe der 14 klassischen Achttausender.
Shishapangma: Der niedrigste der 14
Der Shishapangma ist mit 8.027 Metern der niedrigste der 14 klassischen Achttausender. Er befindet sich vollständig in Tibet und damit auf chinesischem Staatsgebiet.
Die Erstbesteigung gelang 1964 einer chinesischen Expedition. Damit war Shishapangma gleichzeitig der letzte der 14 Achttausender, der erstmals bestiegen wurde.
Die Geschichte der Erstbesteigungen erstreckt sich damit von Annapurna I im Jahr 1950 bis Shishapangma im Jahr 1964. (Wikipedia)
Todesrate der Achttausender richtig verstehen
Der Begriff „Todesrate“ kann bei Bergsteigerstatistiken irreführend sein. Es gibt mindestens zwei sinnvolle Bezugsgrößen:
Todesfälle im Verhältnis zu Gipfelerfolgen:
Hier wird die Zahl der Todesfälle durch die Zahl erfolgreicher Gipfelbesteigungen geteilt. Die Himalayan Database bezeichnet diese Kennzahl als „Deaths/Summits“.
Todesfälle im Verhältnis zu Expeditionsteilnehmern:
Dabei werden Todesfälle auf alle registrierten Expeditionsteilnehmer bezogen. Diese Kennzahl wird als „Deaths/Members“ geführt.
Beide Werte beantworten unterschiedliche Fragen. Ein Berg kann beispielsweise relativ viele Gipfelbesteigungen und gleichzeitig wenige Todesfälle pro Expeditionsteilnehmer aufweisen. Die Himalayan Database weist deshalb beide Kennzahlen getrennt aus. (Himalayan Database)
Außerdem verändern sich historische Quoten mit jeder neuen Expedition. Ein Berg mit wenigen Besteigungen kann bereits durch einen einzelnen Todesfall statistisch stark beeinflusst werden.
Höhenvergleich der 14 Achttausender
| Berg | Höhe | Differenz zum Everest |
|---|---|---|
| Mount Everest | 8.849 m | 0 m |
| K2 | 8.611 m | 238 m |
| Kangchenjunga | 8.586 m | 263 m |
| Lhotse | 8.516 m | 333 m |
| Makalu | 8.485 m | 364 m |
| Cho Oyu | 8.188 m | 661 m |
| Dhaulagiri I | 8.167 m | 682 m |
| Manaslu | 8.163 m | 686 m |
| Nanga Parbat | 8.126 m | 723 m |
| Annapurna I | 8.091 m | 758 m |
| Gasherbrum I | 8.080 m | 769 m |
| Broad Peak | 8.051 m | 798 m |
| Gasherbrum II | 8.035 m | 814 m |
| Shishapangma | 8.027 m | 822 m |
Himalaya oder Karakorum: Wo liegen die 14 Achttausender?
Von den klassischen 14 Achttausendern liegen zehn im Himalaya und vier im Karakorum.
Zum Himalaya gehören Everest, Kangchenjunga, Lhotse, Makalu, Cho Oyu, Dhaulagiri I, Manaslu, Nanga Parbat, Annapurna I und Shishapangma.
Die vier Karakorum-Achttausender sind K2, Gasherbrum I, Broad Peak und Gasherbrum II.
Die Gebirgssysteme befinden sich vor allem in Nepal, China/Tibet, Pakistan und Indien.
Warum die Todesrate nicht einfach die „Gefährlichkeit“ eines Berges misst
Eine hohe Todesrate bedeutet nicht automatisch, dass ein Berg für jeden Bergsteiger gleichermaßen gefährlich ist. Die Statistik wird unter anderem durch Routenwahl, Anzahl der Expeditionen, Erfahrung der Teilnehmer, Wetter, Lawinen, technische Schwierigkeiten, Sauerstoffnutzung und die Entwicklung moderner Expeditionsausrüstung beeinflusst.
Auch die Zahl der Besteigungen ist entscheidend. Die Himalayan Database umfasst beispielsweise insgesamt 39.500 Gipfelaufzeichnungen über ihre erfassten Bergdaten und dokumentiert 1.177 Todesfälle über alle dort erfassten Gipfel und Expeditionen. (Himalayan Database)
Für einen sinnvollen Vergleich sollte deshalb immer angegeben werden, welcher Zeitraum und welche Berechnungsmethode verwendet wurden.
Fazit: Die 14 Achttausender 2026
Die 14 Achttausender reichen vom 8.849 Meter hohen Mount Everest bis zum 8.027 Meter hohen Shishapangma. Historisch wurden sie innerhalb von nur 14 Jahren erstmals bestiegen: Annapurna I war 1950 der Anfang, Shishapangma wurde 1964 als letzter der klassischen 14 Gipfel erstmals erreicht. (Wikipedia)
Die aktuellen Daten zeigen außerdem, dass Höhe allein keine ausreichende Erklärung für das Risiko einer Besteigung liefert. Everest ist zwar der höchste Berg, weist in der Himalayan-Database-Statistik jedoch eine deutlich niedrigere Todesfälle-pro-Gipfel-Verhältnis auf als beispielsweise Annapurna I oder Dhaulagiri I. (Himalayan Database)
Wer die 14 Achttausender miteinander vergleichen möchte, sollte deshalb neben der Höhe auch technische Schwierigkeit, Wetter, Lawinen- und Serac-Gefahr, Routenführung, Expeditionslogistik und die verwendete statistische Definition der Todesrate berücksichtigen.